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Meldung vom 27.12.2016

Baum des Jahres 2017

Die Fichte (Picea abies)

Die Heimat der Gemeinen Fichte erstreckt sich über fast ganz Europa mit Ausnahme der Britischen Inseln und der Iberischen Halbinsel bis weit in das kontinentale Asien. Sie kommt vor allem in Mittel-, Ost- und Nordeuropa vor. Sie ist von den Alpen bis auf den Balkan verbreitet, kommt in den Mittelgebirgen und den Karpaten vor, und weiter nach Norden und Osten in Polen, Russland und Skandinavien. Sie zieht feuchtes und kühles Klima vor und ist daher in dem südlichen Bereich ihres Verbreitungsgebietes ein Gebirgsbaum. Ihre obere Höhengrenze liegt zwischen 950 Meter im Harz und 2200 Meter im Wallis bis zu 2450 Meter im Ortlergebiet (Südtirol) als 80 cm hohes Gehölz. In den Allgäuer Alpen steigt sie im Tiroler Teil auf der Ellbogner Spitze bis zu 2460 Metern Meereshöhe auf.

Artenmerkmale:
Höhe: bis 40-50 m (selten 70 m)
Durchmesser: bis 150 cm
Alter: bis 600 Jahre

Hinsichtlich der Kronenausbildung haben sich je nach geographischer Lage verschiedene Formen ausgebildet, z.B.: Kammfichte: breitkronig, raschwüchsig (schneebruchgefährdet, d.h. in schneearmen Lagen) – Plattenfichte: Krone schmal, viele waagerechte Äste, Benadelung dicht, Nadeln kurz (kaum Windbruch- oder Schneebruchgefährdung, Hochgebirge und nördliche Verbreitungszone).
Die so genannten Nadeln sind etwa 1 bis 2,5 cm lang und ca. 2 mm breit. Sie sind sehr spitz, kantig, häufig säbelförmig gekrümmt und sitzen einzeln auf kleinen braunen Blattkissen ( Die Nadeln von Tanne/Eibe/Douglasie sind durchgehend grün). Die Nadeln sind dunkelgrün und weisen beidseitig schwache weiße Linien (Spaltöffnungslinien) auf. Die Lebensdauer der Nadeln beträgt normalerweise 6 Jahre.
Im Bestand wird die Fichte mit etwa 50 bis 60 Jahren, im Freistand mit 30 bis 50 Jahren mannbar. Die Blütezeit ist im April/Mai. Die Blüten sind eingeschlechtig und einhäusig; sie befinden sich an den vorjährigen Trieben im oberen Wipfelbereich. Die männlichen Blüten sind ca. 25 cm lange, rotgelbe Kätzchen, die aufrecht auf den Zweigen sitzen. Die weiblichen Blüten stehen in zuerst aufrechten, purpurroten, 2 bis 4 cm langen Zapfen, die sich nach der Befruchtung abwärts neigen.
Die Zapfen reifen im Oktober/November, sind braun, zylindrisch, etwa 10 bis 16 cm lang und geöffnet ca. 3 bis 5 cm breit. Die Zapfenschuppen haben glatte Ränder, nur am oberen Rand sind sie meist gezähnt. Im Spätwinter bzw. Frühjahr öffnen sich die Zapfen und die Samen fallen heraus. Danach fallen die Zapfen ab. Die Zapfen stellen eine wichtige Nahrungsgrundlage für verschiedene Kleinsäuger (Eichhörnchen, Mäuse) und Vögel (Fichtenkreuzschnabel) dar.
Die Borke ist anfangs glatt und rötlichbraun (daher auch der Name Rottanne), wird aber mit zunehmendem Alter graubraun mit rundlichen, am Rand sich aufbiegenden Schuppen.
Auf gut durchlüfteten Böden bildet die Fichte ein stabiles Senkerwurzelsystem aus, welches bis zu 2 m tief in den Boden einzudringen vermag. Auf sehr feuchten oder nassen Böden (schlechte Durchlüftung) wurzelt sie nur 20 bis 30 cm tief und entwickelt die sog. Tellerwurzel. Dieses Wurzelsystem gibt dem Baum nur sehr wenig Halt, so dass die Fichte auf diesen Standorten stark windwurfgefährdet ist.

Standortansprüche:
Die Fichte stellt nur hinsichtlich der Wasserversorgung hohe Anforderungen. Die Böden müssen aber gleichzeitig noch gut durchlüftet bleiben. Der Standortkundler bezeichnet diese Böden als frisch bis mäßig frisch, d.h. ganzjährig (mit Ausnahme sehr heißer Sommermonate) ist eine gute bis ausreichende Wasserversorgung gewährleistet. Bezüglich der Nährstoffansprüche ist die Fichte eher anspruchslos.
Klimatisch bevorzugt die Fichte winterkaltes Kontinental- und Gebirgsklima.

Waldbauliche Eigenschaften:
Die Fichte ist eine der wichtigsten Baumarten für die Forstwirtschaft; nicht umsonst wird sie auch als Brotbaum bezeichnet. Als schattenertragende Baumart läßt sie sich gut mit anderen Arten mischen. Reinkulturen werden heute nur noch selten gepflanzt, da sie gegenüber biotischen (Borkenkäfer) und abiotischen Faktoren (Sturm) zu anfällig sind. Auch die sehr schlecht zersetzbare Streu, die die Bodenversauerung verstärkt, sowie die Förderung von schlechten Humusformen (Rohhumus) sprechen gegen Reinkulturen. Ein weiteres Argument auf vielen Standorten gegen die Fichte ist der Klimawandel. Aufgrund der hohen Ansprüche an die Wasserversorgung wird sie durch die drohenden trocknen Sommer immer wieder in “Trockenstress” kommen. Dies führt zu einer Vitalitätseinschränkung, so dass sie für Schädlinge anfälliger wird und die Wuchsleistungen nachlässt.
Gängige Mischbaumarten sind z.B. Buche, Bergahorn, Tanne. Das Nutzungsalter der Fichte wird mit ca. 100 Jahren bei einem BHD (Brust-Höhen-Durchmesser) > 45 cm erreicht.

Das Holz der Fichte ist sehr hell, weißlich, ohne Kernverfärbung, leicht, weich, harzreich und tragfest. Es ist nur sehr bedingt witterungsbeständig und daher für den Außenbereich ungeeignet. Es ist gut bearbeitbar und wird als Bauholz, als Balken und Latten für Dächer, Fenster, für Täfelungen, Fußböden und Zäune verwendet. Auch Spielzeug, Möbel und Verpackungsmaterialien werden daraus hergestellt. Darüber hinaus ist Fichtenholz ein wichtiges Produkt für die Papierherstellung. Im Hochgebirge kommt es bei einigen Fichten zu Unregelmäßigkeiten im Faserverlauf des Holzes, dem sog. Wimmerwuchs. Dieses Holz ist für den Bau von Musikinstrumenten sehr begehrt.


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